Bocholter-Borkener Volksblatt, 11. Mai 2010
Grandioser
Chopin-Abend mit Har-Zahav
Bocholt. Kantable Melodik, hochexpressive Harmonik und kühne Kontraste
kennzeichnen den virtuosen Klaviersatz des polnischen Komponisten Frederik Chopin. Das Zarte, das Poetische,
aber auch das Nervöse, Wütende, Flammende seiner
Persönlichkeit spiegelt sich in seinen Werken wieder. Ihnen daher nicht nur technisch,sondern auch
interpretatorisch gerecht zu werden, ist für jeden Pianisten eine
Herausforderung. Der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav stellte sich dieser
Aufgabein einem Konzert im Historischen Rathaus mit dem programmatischen Titel „Hommage an Chopin“. Im abwechslungsreichen ersten Teil bewies Har-Zahav schon bei Valse e-moll, Nocturne cis-moll und den beiden
Polonaisen cis-moll und d-moll sein Ausnahmetalent und seine pianistische Souveränität. Es war gewissermaßen das Entree, um sich als
exzellenter Chopin-Interpret zu
legitimieren. Mit drei Konzertetüden – die extrem technischen
Herausforderungen meisterhaft bewältigend -- leitete Har-Zahav dann über zu den zentralen Werken seines Programms, zunächst das Scherzo b-moll, Op. 31, das für alle großen Pianisten ein
Prüfstein ist. Das markante Hauptthema spielte Har-Zahav wie gemeißelt im Fortissimo. Den nach A-Dur modulierenden Mittelteil gestaltete er dann als Kontrast
wunderschön lyrisch-poetisch und in der abschließenden Stretta überzeugte er mit dem
vielseitigen Spektrum seiner pianistischen Fähigkeiten.
Als Krönung zum Abschluss die Sonate b-moll, Op. 35. Har-Zahav spielte auch hier gleich im ersten Satz die beiden
kontrastierenden Hauptthemen – das eine atemlos in der
Achtelbewegung, das zweite choralartig -- überzeugend und in der
Reprise besonders inspirierend. Der berühmte Trauermarsch im dritten Satz wird oft zu langsam, ja geradezu
pathetisch aufgefasst. Har-Zahav wählte zwar ein ruhiges, aber gleichmäßig fast monotones Schritttempo, das auch in den Klangsteigerungen
unverändert blieb. Nach diesem Satz hätte man sich ein Innehalten
gewünscht und nicht den sofortigen Übergang zum vierten Satz, der auf einem kühnen, für manche Zeitgenosse Chopins schwer verständlichen Kompositionsgedanken beruht: Den ohne jede
Unterbrechung dahinjagenden Achtelnoten im Unisono – ein pianistisch
vorausgeahnter Walküreritt und ein fulminanter Schlusspunkt der überragenden „Hommage an Chopin“. Über Chopin wurde einmal gesagt: „Er war auch ein
trauriger Engel, aber er war nicht nur traurig und nicht nur
Engel.“ Er war, möchte man fortfahren, ein Genie. Die
leider nur wenigen, aber sehr begeisterten Zuhörer erlebten mit Har-Zahav einen
grandiosen Chopin-Abend.
Peter
Hautzinger
Neustädter Blatt, 13. Mai 2010
Klavierkonzert Hommage an Chopin
(lb) Das kleine aber fachkundige Publikum lauschte andächtig und versunken mit geschlossenen Augen dem brillant spielenden Pianisten Menachem Har-Zahav. Das Programm des israelisch amerikanischen Künstlers, der in Deutschland lebt, wurde dem Namen des Programmes gerecht – eine Hommage an den romantischen Komponisten Frédéric Chopin (1810-1849). Der Pianist eröffnete den Nachmittag mit dem Valse in e-moll. Das folgende Nocturne in cis-moll spielte er mit Brillanz und viel Ausdruck. Das Nocturne bietet eine große Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten, die Menachem Har-Zahav voll ausschöpfte. Sein dynamisches Spiel begeisterte die Zuhörer von Anfang an. Klang das Stück zu Beginn leise und melancholisch, so entwickelte es sich zu einer anschwellenden Klangfülle. Der Künstler beherrschte das differenzierte Spiel in Vollendung. Mit unglaublicher Leichtigkeit spielte er Polonaisen und Etüden. Höchste Spielkunst zeigte er bei den rasant gespielten Tonfolgen. Bewegt, heiter und lebendig klang das Scherzo in b-moll. Der Künstler zündete ein Feuerwerk von traumhaften Melodien, die offensichtlich den Geschmack des Publikums trafen. Eine Sonate und eine Ballade rundeten das nicht alltägliche Programm ab. Bescheiden und introvertiert wirkte der Künstler in seinem Frack und der jüdischen Kippa auf dem Kopf. Seit dem vierten Lebensjahr spielt der 43-Jährige Klavier und war bereits mit 26 Jahren Leiter der Klavierfakultät an einer amerikanischen Universität. Jetzt lebt er in Deutschland und möchte deutschlandweit die Bühnen erobern. Die Qualität seines Spieles hätte ein größeres Publikum verdient. So erlebten leider zu wenige Zuhörer diese Sternstunde der klassischen Musik. Von dem Angebot an Kinder und Jugendliche, die Veranstaltung kostenlos zu besuchen, hatte niemand Gebrauch gemacht – schade! Die Anwesenden waren von der Spielkunst und der Auswahl der Stücke restlos begeistert und forderten eine Zugabe, die der Künstler gerne gab. Ein junger Mann hatte die Gelegenheit genutzt und seine Mutter zum Muttertag in das Konzert eingeladen und sie begleitet. Beide waren von dem anspruchsvollen Konzert sehr beeindruckt. Die Freude über das gemeinsam Erlebte wird sicher länger anhalten als ein Blumenstrauß.
Trierischer Volksfreund, 01. Juni 2010
Meisterklänge in der Wittlicher
Synagoge
Virtuose Klänge klassischer Klaviermusik waren in der Wittlicher
Synagoge zu hören.
Menachem Har-Zahav begeisterte mit Stücken von Chopin und
Liszt.
Wittlich. (soa) Der international geschätzte
israelisch-amerikanische Meisterpianist Menachem Har-Zahav brachte bei seinem
Konzert in der Wittlicher Synagoge Auszüge aus den Werken von Chopin und Liszt
zu Gehör.
Dabei begeisterte die feurig bis sanfte Mischung der ausgewählten Werke der
romantischen Komponisten auch das junge Publikum, das der Künstler ausdrücklich
ansprechen wollte (für Jugendliche bis 18 Jahren war der Eintritt frei). Die
jungen Menschen sind das Publikum von morgen, sagte Har-Zahav. Speziell an die
gerichtet sagte er: "Die klassische Musik ist keine langweilige Sache, sie
kann durchaus sehr aufregend und interessant sein." Die Wittlicher
Synagoge schuf den passenden klanglichen Rahmen, und so waren aus den Reihen
der Zuhörer durchweg begeisterte Worte zu hören. Har-Zahavs Virtuosität und die
Kombination von sowohl ausdrucksvollen wie auch einfühlsamen Klangbildern zogen
die, die gekommen waren, in ihren Bann. So gelang es dem Pianisten mit seiner
Darbietung auch wirklich, die jüngeren Menschen zu begeistern und an die klassische
Musik heranzuführen.
Walsroder Zeitung, 08. Juni 2010
Genuss nicht nur für
Klassikfans
Klavierkonzert: Pianist
Menachem Har-Zahav im Brüggemannsaal
Nicht nur für
Klassikfreunde war der Konzertabend am vergangenen Freitag im Brüggemannsaal
der Walsroder Stadthalle mit dem israelisch-amerikanischen Konzertpianisten
Menachem Har-Zahav ein außergewöhnlicher Musikgenuss. Das Konzert „Hommage an Chopin“ brauchte keine Worte – denn mit
meisterhaft interpretierten Werken von Frederic Chopin entfaltete Har-Zahav
einen ganz besonderen Zauber, der die Zuhörer zutiefst faszinierte.
Walsrode (sl). Schon bei dem ersten Stück, einer
Valse in e-Moll (eine der
Walzermusik nachempfundene
Komposition), die im Wechsel zwischen zarten Tönen und kraftvoll gespielten Tonfolgen
erklang, spitzten die Zuhörer gespannt die Ohren – denn
so hingebungsvoll erklangen
Interpretationen von Frederic Chopins Werken wohl
selten. Har-Zahavs Finger eilten mit unglaublicher
Schnelligkeit über die Tasten, doch brachte er jeden einzelnen Ton mit einer Technik zum Erklingen, die an Magie grenzte. Dem
anschließenden Stück „Nocturne in
cis-moll“ lag eine Melodie in
tieferen Tonlagen zu Grunde, welche von höchsten Tönen virtuos umspielt wurde, um sich in
einer temperamentvollen Melodie von hoffnungsvollen wie dramatischen Klängen zu
steigern.
Beeindruckend, wie Har-Zahav mit einer
scheinbaren Leichtigkeit, aber hoch
konzentriert in ausgefeilter
Spieltechnik Chopins Polonaisen, vor allem die Polonaise in
d-moll, präsentierte. Unter Chopin Handschrift wurden diese Tänze zu poetischen Stücken, bei denen hinter
virtuos strahlender Melodie doch der Tanzcharakter zu
vermuten ist. Gerade mit den hohen Triller auf dem Piano bei
der sehr schnellen Etüde in
Ges-Dur und dem atemberaubend fließende Charakter der
Melodie bei der Etüde in As-Dur begeisterte Har-Zahav das
Publikum. Und er zeigte mit einem weiteren Stück dieser
Gattung, der Etüde in c-moll, dass die etwas hart und spitz
gespielten Töne in dramatischen Sequenzen genauso zu dem meisterhaften Schaffen des Komponisten Chopin
gehören. Mit einem anspruchsvollen Scherzo in b-moll, in dem klanglich neben dem
heiteren Charakter eine gewisse
Dramatik erklingt, präsentierte der Künstler vortreffliche
Fingerfertigkeit. Ein hochkarätiges
Klangerlebnis bot Menachem Har-Zahav mit der Sonate Nr.2 in
bmoll im zweiten Teil des
Konzerts. Leise Töne, fast gehaucht, in ihrer Leichtigkeit neben kraftvollen, harten,
fast donnernden Klängen in
rasantem Tempo zeugten von dem hohem virtuosen Niveau
dieses Solopianisten. Der Jubel der Zuhörer wollte kaum
enden, nachdem der letzte Ton am Klavier verklungen war, und so präsentierte
Starpianist Menachem Har-Zahav noch eine
Zugabe.
Nahe Zeitung, 14. Juni 2010
Ein Feuerwerk an technischer Brillanz
[...] Menachem Har-Zahav gehört zu jenen Klaviervirtuosen, die
über eine kraftvolle, souveräne Spieltechnik verfügen, für die auch
schwierigste Klavierwerke kein Problem zu sein scheinen. [...] Menachem Har-Zahav gelang es mühelos, die Brillanz und die
Wucht so berühmter Stücke wie der „Revolutions-Etüde“ herauszustellen. [...] Das Publikum klatschte nach jedem dieser Feuerwerke
begeistert. [...] Nach der Pause überbot der Konzertpianist sein bis dahin
gehörtes Programm noch durch die umfangreiche Wiedergabe der berühmten
g-Moll-Ballade Opus 23 und der kompletten zweiten Sonate (mit dem bekannten
Trauermarsch), um nach langem Beifall ein weiteres Feuerwerk an technischer
Brillanz zuzugeben. Elisabeth Jost
Westdeutsche
Zeitung (Ausgabe Burscheid), 21. Juni 2010
Chopin als spannendes
Erlebnis
Klavierabend: Der israelische Pianist Menachem Har-Zahav widmet sein
Programm im Bürgerhaus dem polnischen Komponisten.
Leichlingen. Ruhig, ganz
ohne Pose und die jüdische Kippa auf dem Kopf tritt Menachem Har-Zahav an den Flügel, um
ihm unmittelbar darauf ein Feuerwerk von Arpeggien und rasenden Läufen zu
entlocken. Der israelische Pianist, der sein Musikstudium in den USA
absolvierte, widmete seinen Klavierabend im Leichlinger Bürgerhaus am Hammer
ausschließlich der Musik von Frédéric Chopin, dessen 200. Geburtstag in diesem
Jahr gefeiert wird. Menachem Har-Zahav ist ein Pianist von außergewöhnlichen virtuosen
Fähigkeiten. Vielleicht hätte ein wenig Zartheit an manchen Stellen besser
gepasst, aber sein kraftvolles Spiel verfügte auch über eine Fülle von
Ausdrucksvarianten. So gelang schon die Nocturne in cis-Moll sehr
stimmungsvoll. Chopin, der nach dem russischen Überfall auf Polen im Pariser
Exil lebte, zeigt in vielen Kompositionen seine Heimatliebe. Gegen die
Besetzung von Warschau protestierte er mit seiner Revolutionsetüde opus 10,
Nr.12, die unter den Händen von Menachem Har-Zahav zum spannenden Erlebnis wurde. Beeindruckend war auch
seine Wiedergabe der Etüde Nr. 5 und die der Nummer Eins aus dem anderen
Etüdenzyklus opus 25. Diese Etüden gehen in ihrer Schwierigkeit und ihrem
musikalischen Gewicht weit über einfache Übungsstücke hinaus. Chopins geheimnisvolles
Scherzo b-Moll beendete den ersten Teil. Nach der Pause spielte Har-Zahav zunächst die
Ballade in g-Moll. Über dieser Musik könnte der Titel eines Werks des anderen
Jubilars, Robert Schumann, stehen: "Von fernen Ländern und Menschen".
Abschluss und Höhepunkt des Chopinabends bildete die große b-Moll Sonate. Auf
die starken Akzente des ersten Satzes folgt ein spukhaftes Scherzo und dann der
berühmte Trauermarsch. Das ganz kurze, gehetzte Finale wirkte anschließend wie
eine Flucht. Die restlos begeisterten Zuhörer ließen den Pianisten nicht ohne
Zugabe gehen. KG